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Antworten auf die häufigsten Fragen


Wie lange dauert es, bis ich Klavier spielen kann?

Was meinen Sie? Wann kann jemand Klavier spielen? Muss man ein Prestissimo con espressione im 23/16-Takt in Fisis-Dur mit unregelmäßigen chromatischen 64tel-Läufen in der linken Hand fehlerfrei vom Blatt spielen können? Oder reicht es, bei "Für Elise" den A-Teil zu können? Letzteres kann quasi jeder schaffen. Manche an einem Tag, andere in drei Jahren. Es gibt niemanden auf der Welt, der ernsthaft definieren kann, wann jemand Klavier spielen kann. Klavierspielen zu lernen, ist ein Prozess, der nie aufhört. Wenn ich Ihnen nichts mehr zeigen kann, dann können Sie trotzdem weiter lernen. Wie hat der erste Mensch das Klavierspielen gelernt? Hat er es wirklich gekonnt? Wenn nicht, wie konnte er es dann anderen zeigen?



Lernen Mädchen oder Jungs besser das Klavierspielen?

Meiner Erfahrung nach gibt es keine qualitativen Unterschiede. Allerdings wirken sich unterschiedliche Erwartungshaltungen natürlich entsprechend aus.



Warum kann mein Kind die alten Stücke nicht mehr?

Das ist normal. Jeder, der schon mal einen Text auswendig gelernt hat, weiß, dass man so etwas wieder vergessen kann. Trotzdem muss man das Auswendiglernen genauso üben, wie das Lesen. Nicht jeder, der lesen kann, kann auch gut auswendig lernen. Und nicht jeder, der auswendig lernen kann, kann zwingend schon lesen. So kann es passieren, dass Ihr Kind etwas durch Nachmachen gelernt hat, es aber noch nicht selbstständig an Hand der Noten nachvollziehen kann. In diesem Fall ist Ihr Kind allein auf das Gedächtnis angewiesen, und etwas zu vergessen, ist allzu menschlich.



Kann man auch ohne Instrument Unterricht nehmen?

Sie können sicherlich Stunden nehmen und mit mir Rhythmusübungen oder Musiktheorie machen. Das können Sie dann auch ohne Instrument üben. Und falls Sie dann irgendwann mal ein Instrument kaufen, sind Sie gut vorbereitet. Das eigentliche Klavierspielen kann man so natürlich nicht üben.



Was passiert, wenn Sie krank sind?

Wenn ich krank bin, fällt der Unterricht aus. Da das für mich einen finanziellen Verlust bedeutet, sofern ich dann einfach zuhause bleibe, behalte ich mir vor, wenn ich krank bin, Urlaub zu machen. Anders gesagt, mein eigentlicher Urlaub fällt dann aus. Sofern ich nicht mehr als sechs Wochen krank bin, falle ich also weiterhin für Sie nur sechs Wochen aus. Sollte ich allerdings 12 Wochen im Jahr krank sein, dann erstatte ich Ihnen natürlich das Honorar für sechs dieser Stunden, die anderen sechs Stunden wären dann mein Urlaub. Sollte ich sieben Wochen krank sein, würde ich Ihnen eine Woche finanziell zurück erstatten (siehe Konditionen), und die anderen sechs Wochen wären mein Urlaub. Sollte ich mehrere Monate krank sein, werden sich die allermeisten sicherlich einen anderen Lehrer suchen. Da es bei mir keine Verträge gibt, ist dies auch vollkommen unproblematisch. Ich allein trage das volle Risiko. Sie können davon ausgehen, dass ich einigermaßen selten krank bin und insgesamt sehr zuverlässig arbeite. Andernfalls könnte ich, da ich selbstständig tätig bin und nicht an einer Schule arbeite, sicherlich keinen Kunden langfristig überzeugen.



Warum soll ich die Ferien durch bezahlen?

Sie müssen die Ferien nicht durch bezahlen, wenn Sie das nicht wollen. Sie können auch einfach die Einzelstunden bezahlen. Der Vorteil für Sie an der monatlichen Bezahlung ist jedoch, dass Sie damit Ihren Platz bei mir sichern, und es ist günstiger. Für mich ergibt sich eine bessere finanzielle Übersicht und Sicherheit.



Wie viel Unterricht fällt bei Ihnen aus?

Ich falle sechs Wochen im Jahr aus. Stunden, die Sie nicht wahrnehmen, werden natürlich nicht mitgerechnet.
(Dieser Text bezieht sich auf die Form der monatlichen Bezahlung. Einzelstunden sind etwas anderes.)



Wann haben Sie Urlaub?

Meistens in den Osterferien, Herbstferien und den Weihnachtsferien. Allerdings behalte ich mir vor, dies auch mal anders zu machen. Wenn Sie mich kennen lernen, werden Sie merken, dass ich diese kleine Freiheit nicht so ausnutze, dass es zu Ihrem Nachteil ist.



Was ist, wenn wir 12 Wochen (Schulferien) im Urlaub sind?

Dann fällt der Unterricht 12 Wochen im Jahr aus, und ich erwarte trotzdem jeden Monat das gleiche Honorar. Andernfalls müsste ich meine Schüler nach der Anzahl ihrer Urlaubswochen aussuchen oder den Platz eines Schülers, der im Urlaub ist, schnellstmöglich neu belegen.



Wie erfahre ich, dass Sie Urlaub haben?

Durch mündliche Mitteilung meinerseits, dies kann auch kurzfristig geschehen. Andernfalls durch eine E-Mail, welches meinerseits prinzipiell die bevorzugte Kommunikationsform ist, da ich eine Mail auch spät abends schicken kann, ohne Sie aus dem Schlaf klingeln zu müssen, oder am Abend, ohne Sie beim Abendessen stören zu müssen, oder morgens, hier reicht die Zeit für ein ausführliches Gespräch meist nicht aus. Sollte ich allen gleichzeitig etwas mitteilen wollen, ist es per E-Mail überdies einfacher und schneller.



Was passiert, wenn ich eine Stunde nicht wahrnehmen kann?

Wenn Sie eine 10er-Karte bezahlt haben, und Sie sagen spätestens einen Abend vorher ab, ist es völlig in Ordnung, und wir können dann einen neuen Termin vereinbaren. Sollte so etwas jedoch zwei Mal in unmittelbarer Folge passieren, verfällt eine Stunde der 10er-Karte. Bei monatlicher Bezahlung gilt das Prinzip, dass es mir überlassen bleibt, ob ich Zeit habe, eine ausgefallene Stunde nachzuholen. Bei Einzelstunden reicht es, wenn Sie spätestens einen Abend vorher absagen. Sollte es jedoch in diesem Fall zwei Mal unmittelbar hintereinander passieren, dass eine Stunde abgesagt wird, erwarte ich ebenfalls das Honorar zumindest für eine Stunde. Wird eine Stunde (gleich welchen Bezahlungsmodels) erst am Tag der Stunde abgesagt, fordere ich das volle Honorar, es sei denn, es liegt ein gravierender Grund vor, der nicht vorauszusehen war. Prinzipiell gilt, dass in diesen Fällen bezahlt werden muss. Ausnahmen bleiben mir vorbehalten. Die Stunden bei einem Schnupperkurs werden frei vereinbart. Wird eine vereinbarte Stunde jedoch zwei Mal in unmittelbarer Folge abgesagt, verfällt eine Stunde.



Was passiert, wenn ich eine Stunde vergesse?

Wenn Sie eine 10er-Karte bezahlt haben, und Sie vergessen eine Stunde, dann ist die Stunde ersatzlos verfallen. Wenn Sie monatlich bezahlen, und Sie vergessen eine Stunde, gilt das gleiche. Wenn Sie die Einzelstunde zahlen, erwarte ich, dass Sie mir im Falle eines schlichten Vergessens die Stunde trotzdem bezahlen.



Was passiert, wenn Sie eine Stunde vergessen?

So etwas passiert mir quasi nie. Sollte es jedoch passieren, hole ich die Stunde natürlich nach.



Stört es, wenn ich im Unterricht meines Kindes dabei bin?

Ich kann es nachvollziehen, dass Sie als Elternteil gerne wissen möchte, was ich mit Ihrem Kind mache. Beim ersten Mal können Sie natürlich dabei sein, theoretisch auch immer. Es ist allerdings sowohl für mich als auch besonders für den Lernenden sehr anstrengend, unter Beobachtung zu stehen. Grundsätzlich funktioniert der Unterricht besser, wenn der Schüler sich nicht durch die Eltern kontrolliert fühlt. Des Weiteren bin ich deutlich entspannter und komme somit lieber zu Ihnen. Stellen Sie sich einmal vor, Sie wären das Kind und würden etwas nicht gleich können, und dann kommt gleich der kritische Blick der Eltern...



Wie viel muss mein Kind üben?

So viel, wie Ihr Kind üben will. Sollte Ihr Kind 10 Stunden am Tag üben wollen, dann ist es Ihre Entscheidung, ob Sie dies zu viel finden. Ich wäre, wie man sich denken kann, begeistert. Sollte Ihr Kind gar nicht üben wollen, dann finde ich es auch in Ordnung, sofern Ihr Kind zumindest im Unterricht mitmacht und gerne zu mir kommt, oder sich freut, wenn ich ins Haus komme. Ich würde mich dann bemühen, durch passende Stücke oder Übungen Ihr Kind zum Üben zu motivieren. Es besteht durchaus die Möglichkeit, dass das Gegenteil von Zwang, nämlich die Freiheit in der Entscheidung zum Üben, zum gewünschten Erfolg führt. Wäre ich zum Üben permanent aufgefordert worden, hätte ich es spätestens mit 14 total blöd gefunden, diesen Aufforderungen nachzukommen. Natürlich schadet es bei Grundschulkindern nicht, sie gelegentlich freundlich und ohne Druck an die Möglichkeit des Übens zu erinnern. Druck gibt es schon in der Schule genug. Ein Durchschnittswert für das Üben könnte jeden Tag eine halbe Stunde sein (ohne den Unterrichtstag) oder 2-3 Mal die Woche 1-2 Stunden. Also vielleicht wenigstens 2 Stunden pro Woche. Allerdings muss man auch Verständnis dafür haben, wenn mal ein paar Wochen weniger oder auch gar nicht geübt wird. Liegt es am persönlichen Verhältnis zum Lehrer, sollte man den Lehrer wechseln. Liegt es an den Stücken, muss man über alternative Stücke gemeinsam nachdenken. Wenn man offen über die Dinge spricht, lässt sich meistens herausfinden, ob ein Fortsetzen des Unterrichts sinnvoll ist.



Ist es schlimm, dass mein Kind nicht auf die Noten guckt?

Nein, es ist nicht schlimm. Noten lesen lernen, zu lernen vom Blatt zu spielen und Spielen lernen sind drei verschiedene Bereiche. Zuerst muss man die Finger bewegen können (Technik) und die Notenschrift als abstraktes Konzept begreifen (Noten lesen). Beides kann man getrennt lernen. Beides zeitgleich geistig umzusetzen (Vom Blatt spielen) ist extrem schwierig und dürfte die üblichen Anforderungen auf dem Gymnasium, die bekanntlich vielen zu schaffen machen, nicht unterschreiten. Man braucht sehr viel Geduld und Übung, bis man einfache Stücke, ohne sie zu kennen, fehlerfrei, im richtigen Tempo und mit Ausdruck beim ersten Sehen vom Blatt spielen kann. Sehr viel schneller kann man schwerere Stücke fehlerfrei, mit Ausdruck und einem Lächeln im Gesicht auswendig spielen lernen. Letzteres zu können, dürfte weit mehr Menschen ernsthaft musikalisch überzeugen als ersteres. Das einzige, was definitiv zu sagen wäre, ist, dass es von Vorteil ist, nicht auf die Tasten zu schauen. Jeder weiß, dass es gute blinde Klavierspieler (Ray Charles, Stevie Wonder) gibt, und dies sollte doch Argument genug sein.

Bei keinem Instrument ist der Wahn, dass man vom Blatt spielen können muss (umgangssprachlich gleichgesetzt mit Noten lesen können) so ausgeprägt wie beim Klavier. Wer erwartet, dass ein guter Sänger, Gitarrist oder Schlagzeuger unbedingt vom Blatt musizieren müsste? Wenige, glaube ich. Ein gut gebuchter Studiomusiker muss es natürlich beherrschen, vom Blatt spielen zu können. Und das gilt dann für jedes Instrument gleichermaßen.

Im Übrigen muss man bei Noten die Dimension der Tonhöhe und die rhythmische Dimension unterscheiden. Ersteres kann durchaus im Grundschulalter sehr gut gelernt werden. Letzteres erfordert weit höhere abstrakte Denkvorgänge und ist somit stärker entwicklungsabhängig. Man kann es ruhig ein wenig mit Mathematik vergleichen. Ohne die rhythmische Dimension der Noten zu begreifen, kann man aber wohl kaum irgendetwas vernünftig vom Blatt spielen. Dies erklärt u. a., warum die Sache so schwierig ist. Stellen Sie sich vor, Noten lesen zu können allein würde reichen, um vom Blatt spielen zu können; dies würde bedeuten, dass jeder der Klavier nach Noten spielen kann, auch Geige nach Noten spielen können müsste. Was für ein offensichtlicher Blödsinn. Ohne Technik geht in jedem Fall gar nichts.

Die Zusammensetzung des ersten Bereichs (Technik) und des zweiten Bereichs (Noten lesen können) führt in kleinen Schritten zum dritten Bereich (Vom Blatt spielen, d. h. beides zeitgleich umsetzen). Bei jedem Klavierspieler dürfte das, was er prinzipiell technisch spielen kann, weit über dem liegen, was er unmittelbar vom Blatt spielen kann. Vom Blatt zu spielen ist also nur ein Bereich des Klavierspielens, aber es ist nicht der wichtigste und vor allem nicht der einzige.

Zusammenfassend würde ich sagen, dass es erstens um die Technik geht, zweitens um das abstrakte Konzept der Noten, und erst an dritter Stelle kommt die Fähigkeit der unmittelbaren, direkten Zusammensetzung. Für letzteres gibt es übrigens immer Grenzen, außer vielleicht bei Menschen, die auch aus höchsten Zahlen die dritte Wurzel im Kopf ziehen können. Dies wirklich zu verstehen, erfordert jedoch speziellere Kenntnisse in der Musik, daher folgen nun keine weiteren Erklärungen. Sofern Sie selbst Musik machen, werden Sie es wissen.



Wo sollte das Klavier am besten stehen?

Das ist im Grunde egal. Alles hat Vor- und Nachteile. Im Wohnzimmer kann es ein Nachteil sein, dass Ihr Kind dort nicht üben kann, wenn jemand anders Fernsehen gucken will. Außerdem wird der Unterricht oft durch herumlaufende Familienmitglieder gestört. Im Kinderzimmer ist meist zu wenig Platz, oder es ist so unaufgeräumt, dass vor dem Unterricht zuerst aufgeräumt werden muss. Meistens ist es im eigenen Zimmer oder einem abgetrennten Raum besser, da der Unterricht mit weniger Störungen von außen verlaufen kann. Ganz wichtig ist es, dass Ihr Kind ungestört üben kann.



Sollen wir ein Klavier kaufen?

Natürlich muss es nicht unbedingt ein mechanisches Klavier sein. Sie können auch ein elektronisches E-Piano, ein Stagepiano oder ein Keyboard kaufen. Allerdings hat ein mechanisches Klavier viele Vorteile. Die Hemmschwelle zum Üben ist geringer. Es braucht hier nämlich nur der Deckel aufgemacht werden. Das klingt vielleicht blöd, es ist aber was dran. Bei einem elektronischen Instrument muss man immer erst das Gerät einschalten und überlegt sich daher, ob man denn nun wirklich üben will. An das mechanische Klavier kann man sich auch mal eine Minute setzen, ohne dass dafür irgendwie groß was eingeschaltet werden muss. Da alle elektronischen Tasteninstrumente mit Samples arbeiten, könnte es überdies sein, dass der Ermüdungseffekt beim mechanischen Klavier geringer ist. Dies ist aber nur eine Vermutung von mir. Ich kann zumindest von mir selbst sagen, dass mir das Üben am Klavier mehr Spaß macht, als das Üben am E-Piano/Stagepiano. Ideal ist es natürlich, wenn man beides hat. Denn die elektronischen Instrumente kann man auch nachts über Kopfhörer spielen, sie sind transportabel, und sie lassen sich mit einem Computer verbinden. Zusammengefasst: Wenn Sie wirklich viel üben wollen (mehr als 2 Stunden am Tag), dann sollten Sie sich am besten beides kaufen. Es sei denn, Sie wohnen alleine (ohne Familie) in einer freistehenden Villa. Dort könnten Sie sich auch nachts um 3 Uhr mit Ihrem Flügel vergnügen. Allerdings wäre auch hier ein guter Synthesizer schon allein wegen den Sounds interessant.





Kann ich bei Ihnen ein Instrument leihen?

Nein, leider nicht.



Lernen Erwachsene oder Kinder besser das Klavierspielen?

Diese Frage kann man nicht pauschal beantworten. Bei Erwachsenen ist das abstrakte Denkvermögen natürlich meistens höher ausgebildet. Dies ist ein Vorteil. Die freie Assoziation und die Neugierde sind bei Kindern meist größer. Außerdem sind meistens die Vorurteile bei Kindern geringer. Nicht zuletzt auch gegenüber dem Lehrer. Kinder sind es des Weiteren gewöhnt, dass sie noch Dinge lernen müssen, und daher haben sie meistens weniger Probleme mit Versagensängsten. Außerdem braucht sich das Kind nicht mit dem Lehrer zu vergleichen. In Extremfällen kann alles, was ich hier aufgezählt habe, natürlich auch umgekehrt sein. Es gibt auch mit Vorurteilen behaftete, misstrauische, lernunwillige Kinder. Und es gibt Kinder mit dem abstrakten Denkvermögen eines Erwachsenen. Der einzige unbestreitbare Vorteil bei Kindern ist die noch vor ihnen liegende Lebenszeit. Wenn ein Erwachsener mit 40 anfängt zu lernen, wäre er bei exakt gleichen Lernvorgängen erst mit 80 so weit wie ein 45jähriger, der mit 5 angefangen hätte. Und dieser hätte nun eventuell noch weitere 50 Jahre vor sich. Ideal ist es, sich vorzustellen, man wäre ein Kind. Es bringt überhaupt nichts, wenn man darüber nachdenkt, dass man angeblich schlechter lernt als ein Kind. Stellen Sie sich vor, Sie hätten noch 100 Jahre vor sich, und schon ist alles viel unverkrampfter.